1790-92 liess das Stift im Buchhölzli beim Schlössli einen «Spaziergang» für die Rekreation der Chorherren anlegen. Der in Frankreich ausgebildete Stiftsbaumeister Josef Purtschert zeichnete den Plan der neuen Anlage, ähnlich einem französischen barocken Garten. Dazu musste die bestehende Kuppe planiert und die vorhandenen Bäume gefällt werden. So entstand eine nord-süd ausgerichtete Fläche von 160 Meter Länge und 14 Metern Breite. Dort pflanzte man mit 94 Rosskastanien und 3500 Hagebuchen zwei Baumalleen, die den Chorherren als Promenaden dienen sollten. In der Mitte waren sie durch zwei halbrunde Aussichtsterrassen unterbrochen. Zwischen den beiden Spazierwegen lag ein grosszügiges Rasenparterre. Das Ganze wurde mit einem Dornenhag eingezäunt und war durch zwei Gartentore abgeschlossen. 27 Wochen lang hatten zehn Männer dafür gearbeitet.
Die pflegeintensive Anlage wurde etwa noch ein halbes Jahrhundert lang in Stand gehalten und die Pflanzungen zurückgeschnitten. Mehr und mehr fehlte aber das Geld für die aufwendigen Unterhaltsarbeiten, sodass die Bäume ungehindert in die Höhe wuchsen und schliesslich die heutige «Waldkathedrale» bildeten. Gegenwärtig ist eine Erneuerung der ganzen Anlage in Planung.
